In
der letzten Nacht des Herbsts feiern die Iraner
die Yaldā-Nacht
(šab-e yaldā), deren erster Wortbestandteil
sich aus dem Syrischen herleitet und
“Geburt” bedeutet, womit die Geburt des
Mithras gemeint ist.
Der
Kult des Mithraismus verbreitete sich in der Antike von
Babylonien und Kleinasien aus bis ins Römische Reich
und nach Europa und übte grossen Einfluss auf das
Christentum aus. Einige kultische Zeremonien sind aus
dem Mithraismus übernommen worden, z.B. der Glaube an
die Auferstehung, das Taufritual, die Feier des
Sonntags als dem Tag der Sonne und arbeitsfreien Tag,
der Weihnachtsbaum etc.
Am Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts nach
christlicher Zeitrechnung wurde das Yaldā-Fest
vom 21. auf den 25. Dezember des Jahres verlegt
(Wintersonnenwende) und als Vorabend der Geburt Christi
mit neuem Sinn behaftet. Šab-e
Yaldā als
die längste und dunkelste Nacht des Jahres wird bei den
Iranern in familiärem Rahmen gefeiert. In der
persischen Literatur werden sowohl die Länge und dunkle
Farbe der Haare der Geliebten, als auch die Länge der
Trennung zwischen dem Liebhaber und der Geliebten gerne
mit der Chiffre Yaldā
bezeichnet.